Modedesign ist für die einen schlicht und ergreifend bloß zweckmäßig. Sie sehen darin das Abändern vorgefertigter Muster zu Gunsten der jeweiligen Saison, das Aussuchen der Stoffe und das in Auftrag geben der Einzelstücke. Andere betrachten Modedesign als etwas überrissenes, womit sich nur die Größen der Modewelt wie etwa Karl Lagerfeld, Marc Jacobs oder Vivienne Westwood beschäftigen. Sie haben ein Bild vor Augen von exzentrischen Modeschöpfern die sich nur an ein elitäres Publikum richten wollen.
Modedesign ist eine Kunstform
Modedesign umfasst dabei wahrscheinlich beide Seiten – und um welche es im Wesentlichen geht, das ist vermutlich Auslegungssache. Sicher ist dabei, dass es eine Kunstform ist – solange nicht von Massenanfertigungen gesprochen wird. Denn dabei geht es nicht wirklich um Design. Der zentrale Punkt bei allen Designs (und Design ist nun mal per Se eine Kunstrichtung) ist die Schöpfung. Der Urheber hat eine Idee, die er umsetzen möchte, in vielen Fällen steht dabei eine Botschaft im Vordergrund, die vermittelt werden soll. Beim Modedesign werden diese Botschaften eben über Stoffe, Schnitte, ausgefallen Designs, etc. vermittelt und ist oftmals nicht durch bloßes Hinsehen zu erkennen. In vielen Fällen bedarf es dann einer Stellungnahme des Modedesigners, um die Message zu verstehen.
Vorstellung der Kollektionen
Modedesign umfasst die Bereiche Kleidung, Accessoires und Schuhe. Bei den Fashionweeks in London, Paris, Mailand, Berlin und New York werden zweimal pro Jahr die aktuellen Kollektionen für die kommenden Saisonen vorgestellt. Man unterscheidet dabei in die Prêt-à-Porter und die Haute-Couture Kollektionen. Letztere sind ausgefallene Einzelstücke, die die Kunstfertigkeit und das Avantgardistische, das hinter dem Modedesign stehen kann, zum Ausdruck bringen sollen. Prêt-à-Porter Kollektionen gelangen dann in vielfacher Ausfertigung und in verschiedenen Größen in den Handel, wie zum Beispiel Dessous von Lise Charmel. Selbstverständlich sind diese Stücke exklusiver und luxuriöser Natur und nicht jeder Geldbeutel kann sie sich leisten.
Mode als Stilmittel
Dass Modedesign nur etwas für die Schönen und Reichen produziert, das ist ein Irrglaube. Jeder Trend, der in jedem Kaufhaus der Welt hängt, wurde inspiriert- und richtet sich nach den Schöpfungen großer Modemachern und des weiteren nach den Maßstäben die bekannte Kritiker und Magazinchefinnen anlegen. Jeder Verbraucher hat dabei die Möglichkeit, durch Kleidung etwas auszudrücken. Seien es ein Status, eine Gefühlslage, ein Aspekt der eigenen Persönlichkeit: Mode muss nicht teuer sein, um durch sie etwas vermitteln zu können. Wichtig dabei ist, dass man seinen eigenen Stil findet. Dazu kann man sich natürlich von Zeitschriften und Freunden inspirieren lassen, damit es sich aber um Mode – und nicht nur um schlichte Kleidung handelt, sollte man sich in dem, was man trägt, auch wohl fühlen und es zu schätzen wissen.
Der Beruf des Modedesigners
Modedesign mag eine Kunst für sich sein, die viele als elitär oder überzogen betrachten, aber es sollte dabei bedacht werden, dass jeder Trend, in den wir uns hüllen – und wenn wir auch noch so versuchen, ihm zu entgehen – nicht bestünde, wenn Designer nicht ihre Arbeit verrichten würden.
Als Modedesigner dürfen sich dabei all diejenigen bezeichnen, die ein gleichnamiges Studium an einer (Fach-)Hochschule absolviert haben, oder nach einer Schneiderausbildung eine Kollektion entworfen haben, die sich in irgendeiner Form durchsetzen konnten. Einheitliche Richtlinien gibt es dafür jedoch nicht, ebenso wenig wie es sie für die korrekte Bezeichnung gibt.
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